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Was Ihre Mandanten vom KI-Einsatz Ihrer Kanzlei haben sollten

Eine schnellere Vertragsprüfung kann wertvoll sein. Für den Mandanten zählt, ob er dadurch früher entscheiden, besser verhandeln oder sein Budget verlässlicher planen kann. Diese Wirkung sollte den Ausgangspunkt Ihrer KI-Projekte bilden.

Stellen Sie sich vor, die Rechtsabteilung eines Mandanten fragt im Jahresgespräch: „Wo verbessert KI eigentlich die Zusammenarbeit mit Ihrer Kanzlei?“ Eine Liste eingesetzter Programme beantwortet diese Frage kaum. Hilfreicher wäre eine konkrete Veränderung: welche Leistung besser wird, woran der Mandant das erkennt und welche Kontrollen weiterhin stattfinden.

Internationale Befragungen zeigen, dass diese Erwartung bereits eine Rolle spielt. Im Future of Professionals Report 2026 von Thomson Reuters halten 77 Prozent der befragten Mandantenvertreter KI-gestützte Qualitätsverbesserungen ihrer externen Berater für sehr wichtig oder essenziell. Nur fünf Prozent sehen diese Erwartung bei den meisten oder allen ihrer Anbieter erfüllt. Die Zahlen beschreiben die Wahrnehmung der Befragten, keine objektive Qualitätsmessung. Thomson Reuters, Future of Professionals 2026

Rechtsabteilungen überprüfen die Arbeitsteilung

Auch die Aufgabenverteilung kann sich verändern. In einer internationalen ACC/Everlaw-Befragung von 657 Unternehmensjuristen erwarten 64 Prozent, durch generative KI künftig weniger auf externe Kanzleien angewiesen zu sein. Das ist eine Erwartung und keine bereits gemessene Verlagerung von Mandaten. Für Wirtschaftskanzleien ist es dennoch ein Anlass, die Zusammenarbeit aktiv anzusprechen. ACC/Everlaw, GenAI Strategic Value 2025

Wenn die Rechtsabteilung eine erste Sichtung selbst übernimmt, kann sie anschließend eine andere Unterstützung benötigen: die Bewertung besonders relevanter Abweichungen, eine Verhandlungsposition oder eine begründete Handlungsempfehlung. Eine Kanzlei kann ihr Leistungsangebot darauf abstimmen, sobald sie weiß, welche Arbeit der Mandant selbst erledigen möchte.

Aus solchen Studien lässt sich allerdings nicht ableiten, was jeder einzelne österreichische Mandant erwartet. Dafür braucht es das Gespräch über seine tatsächlichen Abläufe.

Vom internen Arbeitsschritt zur besseren Entscheidung

Unsere fiktive Kanzlei aus dieser Serie will Lieferverträge mit KI anhand eines eigenen Prüfkatalogs vorstrukturieren. Aus interner Sicht geht es zunächst darum, Klauseln und Fundstellen schneller zusammenzustellen.

Der Mandant hat möglicherweise ein anderes Problem: Sein Einkauf braucht vor einer Verhandlung eine übersichtliche Liste jener Punkte, zu denen eine Entscheidung notwendig ist. Ein früherer Entwurf hilft ihm wenig, wenn diese Liste anschließend mehrere Tage auf Freigabe wartet.

Die Kanzlei sollte deshalb den gesamten Weg bis zum nutzbaren Ergebnis betrachten. Vielleicht muss sie neben der KI-Unterstützung auch die Übergabe an den prüfenden Anwalt und das Format der Rückmeldung verbessern. Erst dann kommt die gewonnene Zeit beim Mandanten an.

Ein geeignetes Ziel könnte lauten: Bei einer klar definierten Vertragsart erhält der Mandant eine fachlich geprüfte Übersicht der entscheidungsrelevanten Abweichungen zu einem vereinbarten Zeitpunkt. Ob der neue Ablauf dieses Ziel erreicht, wird im Pilot geprüft.

Drei Fragen für das nächste Mandantengespräch

Sie brauchen dafür keine Präsentation über KI. Beginnen Sie mit den Stellen, an denen Zusammenarbeit heute aufwendig ist:

  1. Bei welchen Aufgaben warten Sie auf unsere Rückmeldung, bevor Sie intern weiterarbeiten können?
  2. Welche Ergebnisse würden Ihnen Entscheidungen erleichtern und in welchem Format?
  3. Welche Arbeitsschritte möchten Sie künftig selbst übernehmen, und wo wünschen Sie ausdrücklich unsere juristische Beurteilung?

Besprechen Sie anschließend, welche Verbesserung Vorrang hat. Kürzere Durchlaufzeit, ein verlässlicher Kostenrahmen und eine ausführlichere Prüfung sind unterschiedliche Ziele. Für einen Pilot sollte klar sein, woran sein Erfolg beurteilt wird.

Den eigenen KI-Einsatz nachvollziehbar erklären

Eine belastbare Antwort auf die Frage des Mandanten beschreibt den konkreten Einsatz und seine Grenzen. Bei unserer Beispielkanzlei wären das die unterstützte Vorstrukturierung, die Bedingungen für die Verarbeitung der Dokumente und die anschließende fachliche Prüfung. Die Kanzlei sollte auch offen benennen, welche Schritte sie erst testet.

So entsteht eine überprüfbare Aussage über die Leistung. Die Zahl der gekauften Lizenzen tritt in den Hintergrund; die Wirkung auf die Zusammenarbeit wird sichtbar.

Datology analysiert in Workshops gemeinsam mit Kanzleiteams die betreffenden Prozesse und bewertet mögliche Anwendungen nach Nutzen, Machbarkeit und Risiko. Die Mandantenperspektive hilft dabei, die richtigen Aufgaben zu priorisieren.

Welche Leistung sollte für Ihre Mandanten spürbar besser werden? Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir einen geeigneten Prozess und klären, wie ein Workshop dazu beitragen kann, einen konkreten Anwendungsfall zu bestimmen.

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Quellen und weiterführende Informationen

Veröffentlicht am 23. September 2026. Das durchgehende Kanzleibeispiel dieser Serie ist fiktiv.

Weiter in Teil 3: Wie lässt sich ein KI-gestützter Ablauf so prüfen, dass die gewonnene Geschwindigkeit nicht zulasten der Qualität geht? Erscheint am 30. September 2026.

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